Syrischer Flüchtling Nuri an der Grundschule Holthausen

Zum Zeitunsgbericht der Lingener Tagespost, 26.05.2016

http://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/718572/fluchtling-nuri-erzahlt-seine-geschichte-in-lingen


Hattest du Heimweh, als du in Deutschland warst?  Wie findest du die deutsche Schule?

Habt ihr Essen bekommen im Flüchtlingsheim? Ist jemand in Syrien gestorben, den du kanntest?


Diese und beinahe fünfzig ähnliche Fragen wurden dem 23jährigen syrischen Flüchtling Nuri von den Schülern der Grundschule Holthausen gestellt. 

Nuri lebt seit knapp einem Jahr in Messingen. Er hatte in Syrien bereits begonnen, Englisch zu studieren und spricht mittlerweile schon sehr gut deutsch. Deshalb hatten die Kinder die Möglichkeit, ihn mit Fragen zu löchern. Warum sind deine Eltern nicht mitgekommen? Hattest du ein Haustier in Syrien? Und wie hieß dein Hund? Denkst du eigentlich auf deutsch? Bist du arm? Hast du noch Kontakt zu syrischen Freunden?  Wie heißt deine Religion und wie war es vor dem Krieg? Warum sind deine Eltern nicht mitgekommen? Geduldig und kindgerecht stand Nuri, der selber gerne Lehrer werden möchte, Schülern verschiedener Jahrgangsstufen Rede und Antwort.  Nuris Eltern hatten sich die Fahrt  mit einem Schlauchboot über das Mittelmeer nicht zugetraut und blieben deshalb zurück. Sein Hund hieß Lucy und war ein kleiner Mischling. Sein bester Freund ist bei einem Anschlag in Aleppo ums Leben gekommen, aber den Kontakt zu seine anderen Freunden versucht er zu halten. Er ist Jeside, aber vor dem Krieg spielte die Religionszugehörigkeit in Syrien keine große  Rolle. Syrien war ein schönes Land.   Ihre Freizeit verbrachte die Familie häufig am Meer.



Gerne wollten die Kinder ihre Namen in arabischer Schrift geschrieben sehen und am Ende der Stunde standen alle Namen an der Tafel. Die Kinder konnten sich jetzt sehr gut vorstellen, wie schwer es für viele Flüchtlinge ist, eine fremde Sprache und Schrift  ganz neu zu lernen. Als Benedikt wissen wollte, was Nuris größter Wunsch ist und Nuri antwortete, seine Eltern zu sehen, waren die Schüler still und betroffen.    

Die Schüler hatten hier die Möglichkeit, einen Flüchtling  kennenzulernen und Fragen zu stellen.

Da Nuri Lehrer werden möchte, hatte er schon einige Male an der Grundschule Holthausen hospitiert und am Gymnasium Leoninum in Handrup ein Praktikum absolviert. Voller Anteilnahme haben die Grundschüler den Erzählungen Nuris zugehört. Es war wohl für die meisten Schüler das erste Mal, dass sie so ausführlich mit einem Flüchtling sprechen konnten über Dinge, die sie allenfalls über Medien kannten. Zum Abschluss forderten die Kinder Nuri auf, mal etwas auf arabisch an die Tafel zu schreiben und die Kinder bekamen einen Eindruck davon, wie schwer es wohl für Flüchtlinge sein muss, die deutsche Sprache mit der lateinischen Schrift mit den lateinischen Buchstaben zu erlernen. 



verfasst von Brigitte Völlering